Reduzierter Steuersatz für die Leistung eines Zauberers?

Welcher Steuersatz gilt eigentlich für die klassischen Leistungen eines Zauberers?

Bei betrieblichen und privaten Feierlichkeiten bot ein Künstler neben der klassischen Bühnenzauberei, der sog. „Close-up“-Zauberei, die klassische „Manipulation“ an. Auch das Fertigen von Ballonskulpturen gehört zum Programm.

Seine Leistungen stelle er dann mit dem reduzierten Umsatzsteuersatz von 7 % in Rechnung.

Das zuständige Finanzamt war der Auffassung, dass seine Umsätze aus seinen Tätigkeiten dem Regelsteuersatz von 19 % unterliegen würden und erließ entsprechende Umsatzsteuerbescheide.

Hintergrundinfo

Hintergrund vieler Streitigkeiten um den Umsatzsteuersatz bei Leistungen, die im weitesten Sinne künstlerisch sind, ist die Regelung des § 12 Abs. 2 Nr. 7a UStG: Ist die Leistung einer Theatervorführung oder einem Konzert vergleichbar?

Nach Auffassung des Finanzgerichts Münster unterfallen die Leistungen des Zauberers auf dem Gebiet der Zauberei und der Ballonmodellage nach § 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchstabe a UStG dem ermäßigten Steuersatz: Bei der Auslegung der Begriffe „Theater“ und „den Theatervorführungen und Konzerten vergleichbare Darbietungen“ seien speziell diejenigen Leistungen einheitlich zu behandeln, die aufgrund ihrer Gleichartigkeit in einem Wettbewerb stünden.

Bei dem Zauberer handele es sich um einen ausübenden Künstler, der mit seiner Tätigkeit als Zauberer und auf dem Gebiet der Ballonmodellage eine einer Theatervorführung vergleichbare Darbietung erbringe, denn er habe eigenschöpferische Leistungen in einem theaterähnlichen Rahmen erbracht.

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Thomas Waetke
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht
Herausgeber & Autor des Themenportals www.eventfaq.de

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