Schauen wir uns mal den § 40 Absatz 1 MVStättVO im Detail an:

“Bei Generalproben, Veranstaltungen, Sendungen oder Aufzeichnungen von Veranstaltungen auf Großbühnen oder Szenenflächen mit mehr als 200 m² Grundfläche oder in Mehrzweckhallen mit mehr als 5000 Besucherplätzen müssen mindestens ein für die bühnen- oder studiotechnischen Einrichtungen sowie ein für die beleuchtungstechnischen Einrichtungen Verantwortlicher für Veranstaltungstechnik anwesend sein.“

Müssen in Mehrzweckhallen mit mehr als 5.000 Besucherplätzen mindestens ein für die bühnen- oder studiotechnischen Einrichtungen sowie ein für die beleuchtungstechnischen Einrichtungen Verantwortlicher für Veranstaltungstechnik anwesend sein? Also immer dann, wenn es eine Mehrzweckhalle mit mehr als 5.000 Besucherplätzen gibt?

Nein. Denn “in Mehrzweckhallen” ist im Kontext mit der Einleitung zu lesen: “Bei Generalproben, Veranstaltungen, Sendungen oder Aufzeichnungen von Veranstaltungen”. Finden also

  • Generalproben,
  • Veranstaltungen,
  • Sendungen oder
  • Aufzeichnungen von Veranstaltungen

in

  • Mehrzweckhallen mit mehr als 5.000 Besucherplätzen

statt, dann (erst) muss ein Verantwortlicher für Veranstaltungstechnik anwesend sein.

Warum ist das so?

Denn schließlich könnte man auch lesen:

“In Mehrzweckhallen mit mehr als 5000 Besucherplätzen müssen mindestens ein für die bühnen- oder studiotechnischen Einrichtungen sowie ein für die beleuchtungstechnischen Einrichtungen Verantwortlicher für Veranstaltungstechnik anwesend sein.”

Aber: Grammatikalisch macht der Satz so keinen Sinn: “in” einer Halle soll der VfV anwesend sein. Das ist aber nur eine örtliche Beschreibung, und keine zeitliche Beschreibung, wann er anwesend sein soll. So heißt es bspw. in § 38 Absatz 2 MVStättVO für den Veranstaltungsleiter, dass er “während des Betriebes von Versammlungsstätten” anwesend sein muss. Natürlich könnte man in das Wörtchen “in… muss anwesend sein” auch hineininterpretieren, dass das nur während des Betriebs der Versammlungsstätte gelten soll. Das aber hätte der Verordnungsgeber dann auch unschwer so formulieren können wie er es in § 38 Absatz 2 MVStättVO getan hat. Außerdem macht eine ständige Anwesenheit gleich zweier hochqualifizierter Verantwortlicher für Veranstaltungstechnik nur aufgrund der Hallengröße auch nicht immer Sinn: Nämlich dann, wenn die Halle komplett leer ist und nur eine kleine Veranstaltung darin stattfindet. Dementsprechend macht es deutlich mehr Sinn, die Anwesenheit abzustellen (bzw. einzuschränken) auf

Mehr erfahren Sie in meinem Beitrag auf unserem Portal rund um das Veranstaltungsrecht.

Thomas Waetke
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht
Herausgeber & Autor des Themenportals www.eventfaq.de

 

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