Clubhouse App: in der Kritik und im Fokus der Datenschützer

Clubhouse App nicht datenschutzkonform

Seit ein paar Wochen spricht jeder über die App Clubhouse. Exklusiv, elitär, interessant. Sie ist sicherlich vieles, ganz sicher jedoch eines nicht: datenschutzkonform.

Beim „Betreten“ der App fällt einem versierten Datenschützer sofort auf: keine Datenschutzhinweise, keine Informationen. Damit also auch keine Transparenz. Aber auch andere Pflichtinformationen wie z.B. ein Impressum sucht man vergeblich.

Aus Datenschutzsicht jedenfalls ist das Vorhalten von transparenten Informationen natürlich Pflicht (vgl. Art 12. ff. DSGVO). Daran scheitert die App bereits. Dazu kommt, dass die Adressbücher der Nutzer ausgelesen und in die USA übertragen werden. Und nach eigenen Angaben des Anbieters der App, werden auch die Gespräche alle mitgeschnitten und ebenfalls über den großen Teich geschickt. Grund: Unbekannt. Art und Weise der Datenverarbeitung dort: Unbekannt. Speicherdauer: Unbekannt. Zwecke: Unbekannt usw…

Damit ist die Clubhouse App aus rechtlicher Sicht nach europäischen Maßstäben also vor allem eines: Eine Blackbox.

Hamburger Datenschützer hakt nach

Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar (HmbBfDI) hat sich nun zu Wort gemeldet. Und zwar mit einer Pressemeldung mit der Überschrift: „HmbBfDI verlangt von den Betreibern der Clubhouse-App Auskunft über den Schutz der Privatsphäre“.

Unter Abstimmung mit den anderen deutschen Aufsichtsbehörden hat sich der HmbBfDI mit einem Katalog von Fragen an die Betreiber in Kalifornien gewandt. Damit soll die Einhaltung des europäischen Datenschutzrechts überprüft werden.

Nun sind wir alle gespannt, ob und wie die Betreiber der Clubhouse App reagieren. Recht hat Herr Caspar sicherlich mit seinem Abschlussplädoyer in der Pressemeldung, wo es heißt: „

„Es kommt leider immer wieder vor, dass Anbieter aus den USA auf den europäischen Markt drängen oder einfach nur mit ihren Produkten und Dienstleistungen bei uns erfolgreich sind, ohne die grundlegendsten datenschutzrechtlichen Vorgaben des europäischen Digitalmarktes einzuhalten. Hier gilt es, zügig darauf hinzuweisen, welche Regeln auf dem Spielfeld Europa gelten und diese auch durchzusetzen. Es ist im Interesse aller europäischen Nutzer, Dienste in Anspruch nehmen zu können, die weder eigene noch fremde Rechte verletzen und die nicht erst nach Jahren erfolgreicher Nutzerbindung in Europa sich den Prinzipien des Schutzes der Privatheit öffnen.“

Wir sind gespannt, wie es hier weiter geht.

Timo Schutt
Fachanwalt IT-Recht
Ihr DatenschutzPartner

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