Zusammenfassungen von Texten können urheberrechtswidrig sein

Nach vielen Jahren Rechtsstreit hat nun das Oberlandesgericht Frankfurt/Main entschieden, dass im Internetmagazin „Perlentaucher“ verwendete Zusammenfassungen von Rezensionen großer Tageszeitungen teilweise urheberrechtswidrig seien.

Unter anderem Autoren der FAZ hatten verschiedene Buchrezensionen geschrieben. Diese hatten Perlentaucher-Autoren als Vorlage genommen und zusammengefasst.

Die FAZ klagte nun gegen das Magazin Perlentaucher wegen Urheberrechtsverletzung. Im Juli 2010 entschied der BGH, dass Zusammenfassungen grundsätzlich in Ordnung seien und verwies das Verfahren wieder zurück nach Frankfurt, da die OLG-Richter jede einzelne Zusammenfassung prüfen sollten.

Dies haben sie jetzt auch getan und bei einigen Zusammenfassungen eine Urheberrechtsverletzung festgestellt. Dies waren vornehmlich solche Texte, bei denen die Perlentaucher-Autoren maßgebliche und prägende Passagen des Ursprungstextes übernommen hatten. Dann nämlich handele es sich um eine so genannte unfreie Bearbeitung, für die eine Zustimmung des Urhebers erforderlich sei.

(Oberlandesgericht Frankfurt, Urteile vom 01.11.2011, Az. 11 U 75/06 und 11 U 76/06)

Fazit:

Das Urheberrecht ist zwar nicht neu, aber viele Rechtsfragen sind noch ungeklärt.

Wer fremde Werke nutzen möchte, muss besondere Vorsicht walten lassen und prüfen, ob er dazu die Erlaubnis des Urhebers bzw. Rechteinhabers benötigt.

Dies gilt auch, wer fremde Werke „bearbeiten“ möchte, bspw. in dem er die hinter dem Werk stehende Idee gut findet und in einem eigenen Werk umsetzen möchte. Ideen sind grundsätzlich nicht urheberrechtlich geschützt, so dass in solchen Fällen eine so genannte freie Bearbeitung vorliegen kann, für die man keine Erlaubnis des Urhebers benötigt.

Wer aber die wesentlichen Teile des Originalwerkes übernimmt und das Originalwerk also nur unwesentlich verändert und daraus ein eigenes Werk machen möchte, benötigt eine Erlaubnis. Hier die Grenze zu ziehen ist nicht immer einfach.

Gerne unterstützen wir Sie hierbei.

Thomas Waetke
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht