Zeitgemäße Änderung der Bundeshymne zulässig?

Die Änderung der österreichischen Bundeshymne wird vermutlich den Europäischen Gerichtshof beschäftigen.

Das österreichische Parlament beschloss eine Geschlechterangleichung. Während der ursprüngliche Text lautet: „Heimat bist du großer Söhne“ und „Bruderchöre“ soll er nun lauten: „Heimat bist du großer Töchter und Söhne“ und „Jubelchöre“.

Der Verlag, der die Erben der Texterin Paula von Preradovic vertritt, wirft dem Parlament eine Verfälschung des Textes vor und hatte sich bereits durch die österreichischen Instanzen geklagt, war aber zuletzt vor dem Obersten Gerichtshof (OGH) in Wien gescheitert.

„Die Veränderung am Text erfolgte erkennbar in der Absicht, zum einen den Grundsatz der Gleichbehandlung beider Geschlechter zum Ausdruck zu bringen, zum anderen eine Kurzfassung der Bundeshymne zu schaffen, die für junge Menschen ansprechender ist und die in ihrem formalen Aufbau dem Schema vieler Pop-Songs entspricht“, so der OGH.

Thomas Waetke
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht