Verkäufer auf Internetplattformen, wie zum Beispiel eBay, sind oftmals als gewerbliche Verkäufer zu qualifizieren, was – abgesehen von steuerlichen Fragen – erhebeliche Änderungen in der Gestaltung der Angebote mit sich bringt. Wenn die Zahl von Verkäufen auf ein planmäßiges und auf eine gewisse Dauer angelegetes Anbieten hinweist liegt eine gewerbliche Tätigkeit vor. Das gilt nach einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Frnakfurt am Main selbst dann, wenn ausschließlich Dinge aus privatem Bestand (hier: Auflösung einer privaten Sammlung) verkauft werden (Beschluss des OLG Frankfurt am Main vom 21.03.2007, Aktenzeichen 6 W 27/07).

Im vorliegenden Falle wurden im Rahmen der Auflösung einer privaten Sammlung in einem Jahr nachweislich 484 (bewertete) Geschäfte geschlossen. Unmittelbar vor Einleitung des gerichtlichen Verfahrens hatte der Verkäufer 369 Artikel bei eBay angeboten. Außerdem verfügte er über einen eigenen eBay-Shop. Das genügt, so das Gericht, um eine gewerbliche Tätigkeit zu begründen.

Als Indiz für eine gewerbliche Tätigkeit bei eBay gilt den Gerichten immer die PowerSeller-Eigenschaft. Dies alleine würde aber noch nicht genügen. Es muss auch eine entsprechende Vielzahl an Angeboten und Verkäufen vorliegen.

Fazit:

Auch wenn Sie nur private Dinge verkaufen kann ein entsprechender Umfang dazu führen, dass Sie automatisch als gewerblicher Verkäufer (Unternehmer) anzusehen sind. Dann haben Sie aber umfangreiche Informationspflichten (Widerrufsbelehrung, Impressum, Preisangabenverordnung etc.), die Sie unbedingt beachten müssen, wenn Sie eine teure Abmahnung eines anderen Unternehmers vermeiden wollen. Lassen Sie sich von uns beraten.