Kosten bei SMS-Diensten müssen deutlich sein.

Anbieter teurer SMS-Dienste müssen die Kosten in jeder Kurznachricht angeben. Das entschied das Landgericht Hannover und gab damit einer Klage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) gegen den Anbieter NewTex GmbH (Hannover) Recht (Aktenzeichen: 14 O 158/04) .

Im konkreten Fall hatte sich ein zwölfjähriges Mädchen an einem SMS-Flirt-Chat beteiligt. Die Kosten von 1,99 Euro je Kurznachricht wurden allerdings nur in der ersten Kontakt-SMS genannt. Nach Angaben des vzbv erfolgte erst nach der 60sten SMS der Hinweis durch den ANbieter, dass die Schwelle von 100 Euro überschritten sei.

Das Mädchen hatte unaufgefordert eine so genannte Premium-SMS mit dem Inhalt erhalten: „Warum meldest du dich nicht mehr – hast du mich etwa vergessen?“ Erst nach mehreren Leerzeilen erschien am Ende der Kurznachricht der Hinweis auf die Kosten von 1,99 Euro pro SMS. In den folgenden SMS wurde nicht mehr auf den Preis hingewiesen.

Das verstößt nach Ansicht des Gerichts gegen den Verbraucherschutz und ist wettbewerbswidrig.

Über Premium-SMS können Handy-Nutzer zum Beispiel Klingeltöne bestellen oder an Chats und Gewinnspielen teilnehmen. Diese Dienste werden über den Versand einer Kurznachricht bestellt und über die Handy-Rechnung abgerechnet. Auf Bundesebene wird ein Gesetz vorbreitet, das verhindern soll, dass sich jugendliche Handy-Nutzer mit teuren SMS-Diensten verschulden. Es sieht vor, dass Anbieter von Premium-SMS über Kosten ab einem Euro pro Kurzmitteilung informieren und bei Erreichen eines Schwellenwerts von 20 Euro eine „Warn-SMS“ schicken müssen.