Japan: Google soll Autovervollständigung abstellen

Google ist von einem Gericht im japanischen Tokyo verurteilt worden, die Autovervollständigung bei den Suchanfragen abzustellen. Damit gab das Gericht einer Klage eines Japaners statt, der seinen Arbeitsplatz verlor, nachdem Google seinen Namen zusammen mit einem Verbrechen in den Vorschlägen der Autovervollständigung angezeigt hatte. Begründet ist das Urteil mit der Verletzung der Privatsphäre. Google ist allerdings der Auffassung sich, an das Urteil aus Tokyo gar nicht halten zu müssen, da das japanische Recht nicht für Google gelte, außerdem verletze die Autovervollständigung keine Privatsphäre, da für jeden User erkennbar nur die häufigsten Suchanfragen angezeigt würden.

Unsere Meinung:

Ich denke ebenfalls nicht, dass auch nach deutschem Recht eine Verletzung der Privatsphäre bejaht werden könnte: Der durchschnittliche Internetnutzer dürfte wissen, dass die Vorschläge nicht bereits die Ergebnisse sind.

Außerdem: Kaum ein Name dürfte derart einmalig sein, dass der Internetnutzer glaubt, ausgerechnet der gesuchte Name sei mit dem gefundenen Namen identisch, ohne dass man genauer hinschauen und die mögliche Übereinstimmung prüfen würde.

Thomas Waetke
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht