Irrtümliches Billigangebot im Internet anfechtbar

Irrtümliches Billigangebot im Internet bei Softwarefehler anfechtbar.

Wird ein Produkt per Internet versehentlich zum Schnäppchenpreis angeboten, kann der Verkäufer das Geschäft rückgängig machen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem veröffentlichten Urteil entschieden (Aktenzeichen: VIII ZR 79/04 vom 26. Januar 2005).

Ein Computerhändler hatte ein 2.650,00 Euro teures Notebook auf seiner Internetseite wegen eines Softwarefehlers irrtümlich für 245,00 Euro ausgeschrieben. Als ein Käufer zugriff, bestätigte der Händler zunächst den Kauf und lieferte den tragbaren Computer aus. Wenige Tage später bemerkte er den Fehler und erklärte die Anfechtung des Kaufvertrags wegen Irrtums.

Der BGH gab dem Händler Recht. Ein Fehler beim Datentransfer sei nicht anders zu behandeln als ein Tippfehler bei der Auszeichnung der Ware. Deshalb sei eine Anfechtung zulässig, der Käufer müsse das Notebook gegen Rückerstattung des Preises wieder herausgeben.

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) kann der Käufer in solchen Fällen allerdings Schadensersatz verlangen, falls er durch das Vertrauen auf das vermeintlich günstige Angebot Einbußen erlitten oder Aufwendungen zu beklagten hat.

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