Idyllische Eier-Werbung nicht irreführend.

Auch für Eier aus Bodenhaltung darf mit einer idyllisch gestalteten Verpackung geworben werden. Das Oberlandesgericht (OLG) Brandenburg wies damit eine Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen ab. Die Beklagte wirbt auf ihren Eier-Verpackungen mit zwei Hühnern in einem Strohnest, einem durch ein Fenster zu sehendes Reetdachhaus, grüner Wiese und blauem Himmel.

Der Verbraucherverband hatte geltend gemacht, dass die grafische Gestaltung der Verkaufsverpackung dem Kunden den Eindruck von Eiern aus Freilandhaltung vermittele. Dem widerspreche schon die deutliche Aufschrift „Bodenhaltung“, entschieden die Richter. Der „durchschnittlich informierte, aufmerksame und verständige Verbraucher“ sei durch das Werbemotiv nicht irrezuführen. Von ihm sei die Erkenntnis zu erwarten, dass es im Wesentlichen drei Arten der Hühnerhaltung gebe: Die intensiveb Käfighaltung, die Bodenhaltung und die Freilandhaltung. Das Wettbewerbsrecht schütze vor allem den kritischen Verbraucher.

Welche konkreten Vorstellungen der Verbraucher von den gesetzlichen Vorschriften für Bodenhaltung habe, sei nicht entscheidend. Darauf, dass die angebotenen Eier aus Bodenhaltung stammen, weise die Aufschrift klar und unmissverständlich hin. Der bildlichen Darstellung komme nur untergeordnete Bedeutung ohne eigenständigen Informationswert zu.

Die Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) wurde zugelassen.