Haftung für Rechtsverletzung bei Beauftragung einer Agentur

Viele Unternehmen beauftragen einen oftmals externen Webdesigner, die Firmenwebsite zu erstellen. Der Webdesigner bedient sich dazu dann auch Fotografien aus dem Internet. Hier muss aber der Webdesigner acht geben: Er muss dafür Sorge tragen, dass sein Kunde die für die Nutzung des Bildes erforderlichen Rechte hat/bekommt.

Dies macht er entweder durch zumindest einen Hinweis an den Kunden, dass der sich die Lizenzen kaufen muss, oder er kauft für den Kunden die Lizenz selbst ein.

Gerne missverstanden wird der bei vielen Onlinebildagenturen verwendete Begriff „lizenzfrei“. Dies bedeutet nämlich nicht, dass das Bild einfach so ohne Weiteres verwendet werden dürfte.

Die AGB der Bildagentur sollten stets sorgfältig gelesen werden!

Auch ein Problem: Der Webdesigner oder dessen Kunde wissen ja nicht, wie das Bild in die Onlinedatenbank gelangt ist – sprich, ob der wirkliche Rechteinhaber das Bild dort eingestellt hat: Denn nur der darf das auch. Daher bieten mittlerweile viele Onlineanbieter eine Garantie bzgl. der Rechte an, bzw. sie verpflichten sich, im Schadensfall den Schaden bis zu einem bestimmten Betrag zu übernehmen.

Und damit kommen wir zum Stichwort: Der Schadensfall. Die neue Website ist online, und irgendwann findet der wirkliche Rechteinhaber sein Bild auf der Website wieder – ohne dass er dem Unternehmen die erforderlichen Rechte dazu eingeräumt hätte.

Der Rechteinhaber mahnt nun das Unternehmen ab.

Das Unternehmen kann sich im Regelfall nicht damit aus der Affäre ziehen zu behaupten, man habe ja einen externen Webdesigner beauftragt.

Die Gerichte sind hier verhältnismäßig streng: Der Verwerter (also in unserem Beispiel das Unternehmen) muss sorgfältig prüfen, ob es alle Rechte an dem Bild hat. Es darf sich nicht auf Zusicherungen des Webdesigners verlassen und es ist gerade nicht ausreichend, darauf zu hoffen, dass der Webdesigner alles richtig mache.

Mögliche Probleme in der Praxis:

  • Der wirkliche Rechteinhaber hat das Bild selbst nicht in die Onlinedatenbank eingestellt und war auch niemals damit einverstande (sprich, ein Dritter hat das Bild unerlaubterweise dort hochgeladen).
  • Der Webdesigner hat die Nutzungsbedingungen der Onlinedatenbank nicht beachtet.
  • Es fehlt die Kennzeichnung des Urhebers und/oder der Onlinedatenbank.
  • Das Bild wird so verändert, dass dazu andere Rechte erforderlich gewesen wären, als die Onlinedatenbank normalerweise einräumt.

Solche Fälle können wir das Unternehmen kostspielig werden. Umso wichtiger ist, sich vorher Gedanken dazu zu machen und die Frage der Urheberrechte sorgfältig zu prüfen bzw. prüfen zu lassen. Idealerweise sollten alle Ergebnisse schriftlich festgehalten und aufbewahrt werden.

Gerne sind wir hier behilflich.

Thomas Waetke
Rechtsanwalt und
Fachanwalt für Urheber- & Medienrecht