Händler darf nur unbedeutende Mängel verschweigen.

Händler darf nur unbedeutende Mängel verschweigen.

Beim Verkauf eines fabrikneuen Wagens darf der Händler nur ganz unerhebliche Beschädigungen verschweigen. Das entschied das Landgericht Gießen in einem Urteil (Az.: 4 O 269/04).

Der Kunde erwarte zu Recht, einen unbeschädigten Wagen zu erhalten, so das Gericht. Er werde daher bewusst getäuscht und habe das Recht, den Kauf rückgängig zu machen, wenn sich dennoch – auch kleinere – Mängel zeigen.

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage eines Fahrzeugkäufers gegen einen Händler statt. Der Kläger hatte einen vom Händler als fabrikneu bezeichneten Wagen gekauft. Nach dem Kauf zeigten sich kleinere technische Mängel. Der Forderung des Kunden, den Kauf rückgängig zu machen, hielt der Händler entgegen, die Mängel seien doch nur geringfügig – der Kaufvertrag sei daher nicht hinfällig. Außerdem habe sein Verkaufspersonal nichts von den Mängeln gewusst.

Das Gericht ließ in dem Urteil beide Argumente jedoch nicht gelten. Ein Händler, der seine Mitarbeiter unzureichend über alle relevanten Punkte eines Kaufvertrags informiere, hafte ohnehin auf Grund eines so genannten Organisationsmangels.