eBay-Angebote dürfen nicht willkürlich zurückgezogen werden.

eBay-Angebote dürfen nicht willkürlich zurückgezogen werden.

Wer im Internet-Auktionshaus eBay etwas zum Kauf anbietet, kann nicht ohne rechtlichen Grund das Angebot zurückziehen. Das hat das Oberlandesgericht Oldenburg entschieden (Aktenzeichen: 8 U 93/05).

In einer Entscheidung verurteilte es einen Mann zu Schadenersatz, der die Verkaufsaktion seines Autos auf der Internetauktions-Plattform eBay vorzeitig beendet hatte. In dem Urteil heißt es, wer eine Ware bei eBay einstelle, erkläre damit verbindlich die Annahme des Höchstgebots. Kaufwillige wären der Willkür von Anbietern ausgeliefert, wenn diese es sich jederzeit anders überlegen könnten.

Der Beklagte hatte ein Auto mit einem Startpreis von 1,00 Euro bei eBay offeriert. Der tatsächliche Wert des Wagens lag bei ca. 7.000,00 Euro. Als Frist für die Abgabe von Angeboten hatte der Mann zwei Wochen genannt. Nach einer Woche beendete er die Auktion. Zu diesem Zeitpunkt hatte ein Interessent mit 4.550,00 Euro den höchsten Preis geboten. Als der Verkäufer das Auto nicht ausliefern wollte, klagte der Kaufinteressent auf Zahlung des Gewinns aus dem Unterschied zwischen seinem Angebot und dem Verkehrswert des Fahrzeugs.

Mit dem Internet-Angebot sei ein Kaufvertrag zu Stande gekommen, entschied das Gericht. Zwar gebe es im Recht Instrumente, einen Vertrag nachträglich aufzuheben, etwa wegen Irrtums. Im vorliegenden Fall könne sich der Beklagte darauf nicht berufen, da die gesetzlichen Voraussetzungen nicht vorgelegen hätten.