Das Oberlandesgericht Hamburg hatte jüngst die Frage zu entscheiden gehabt, wann ein fotografierter Prominenter konkludent in die Bildveröffentlichung einwilligt.

Grundsätzlich ist für die Veröffentlichung eines Bildes, auf dem eine Person erkennbar abgebildet ist, die Zustimmung nicht nur des Fotografen (à Urheberrecht), sondern auch der abgebildeten Person (à Recht am Bild) erforderlich. Um das Recht am Bild ging es vor dem OLG Hamburg.

Im Sachverhalt wurde ein prominenter Politiker auf dem Sommerfest des Bundespräsidenten fotografiert, und dieses Foto dann im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über eine Flugreisenaffäre veröffentlicht. Hiergegen hatte sich der Politiker gewandt, da er zu dieser Veröffentlichung keine Einwilligung erteilt habe.

Ist keine ausdrückliche Zustimmung für die Veröffentlichung vorhanden, kann auch eine so genannte konkludente Einwilligung ausreichen.

Voraussetzung für solch eine konkludente Einwilligung ist dann aber, dass dem Abgebildeten der Zweck, Art und Umfang der geplanten Veröffentlichung bekannt sind. Diese müssen ihm entweder ausdrücklich bekannt gemacht worden, oder jedenfalls derart offensichtlich sein, dass es für den Abgebildeten darüber keinerlei Unklarheiten gibt.

An der konkludenten Einwilligung fehlt es bspw., wenn der Abgebildete nicht weiß, wo und in welchem Zusammenhang sein Bild veröffentlicht werden soll.

Es reicht also nicht aus, wenn der Abgebildete posiert und in die Kamera lächelt.

Auch nicht ausreichend ist es, wenn das Foto auf einem Ereignis der Zeitgeschichte hergestellt wird (hier das Sommerfest des Bundespräsidenten), wenn das Foto dann nachher in einem ganz anderen Zusammenhang verwendet wird (Bericht über eine Flugreisenaffäre).

(OLG Hamburg, Urteil vom 28.06.2011, Aktenzeichen: 7 U 39/11)

Das bedeutet:

Das Recht am eigenen Bild der abgebildeten Person ist ein Persönlichkeitsrecht, eine Rechtsverletzung kann schnell teuer werden. Regelungen dazu finden sich im Kunsturhebergesetz (KUH). Das Recht am Bild darf nicht verwechselt werden mit dem Urheberrecht des Fotografen.

Wer ein fremdes Foto nutzen möchte, auf dem eine Person abgebildet ist, muss beide Rechte beachten und ggf. beide Rechteinhaber um Erlaubnis fragen. In beiden Rechten gibt es allerdings auch gesetzliche Ausnahmen, bei denen das Bild auch ohne Erlaubnis genutzt werden darf.

Wir beraten bundesweit einerseits Fotografen, Bildagenturen oder Fotomodels, andererseits auch Bildverwerter bei allen Fragen rund um die Bildnutzung. Sprechen Sie uns einfach an!

Thomas Waetke
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht