Bei Billigpreisen gelten Prospekt-Angaben.

In Werbeprospekten angekündigte Aktionspreise im Einzelhandel müssen mindestens für den darin angegebenen Zeitraum gelten. Werden die Preise während dieses Zeitraumes erhöht, werden die Verbraucher in die Irre geführt. Dies hat das Oberlandesgericht in Bamberg in einem im April 2003 veröffentlichten Urteil entschieden (Aktenzeichen: 3 U 196/02).

Im verhandelten Fall hatte ein Elektronikmarkt in der Region Coburg Telekommunikations-Artikel und Computer-Zubehör in einem Prospekt mit einer „Tiefpreis-Garantie“ für 14 Tage beworben. Testkäufer hatten aber bereits nach drei Tagen höhere Preise festgestellt. Die Richter sahen darin eine Irreführung der Kunden durch das Unternehmen. Auf die Klage eines Konkurrenten hin untersagten sie dem Elektronikmarkt entsprechende Werbung, wenn die Aktionspreise noch während des Aktionszeitraumes wieder erhöht werden.