Aufwendungen für den Erwerb einer Internetadresse können nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden.

Maßgeblich wird der Erfolg eines Internetauftritts von dem Domain-Namen bestimmt. Deswegen bezahlen Unternehmen häufig beträchtliche Summen für den Erwerb und die Nutzung bestimmter Domain-Namen.

In den von dem Bundesfinanzhof entschiedenen Fall (Az.: III R 6/05) zog der Kläger die Kosten für den Erwerb eines Domain-Namens bei seiner Gewinnermittlung als Betriebsausgabe ab.

Das Finanzamt verneinte die Abzugsfähigkeit und setzte daher einen höheren Gewinn des Klägers für die Steuerbemessung an.

Der von dem Kläger gegen den Steuerbescheid des Finanzamts eingelegte Einspruch blieb erfolglos. Das Finanzamt begründete seine Entscheidung damit, dass es sich bei einem Domain-Namen um ein nicht abnutzbares immaterielles Wirtschaftsgut handele.

Dies hat der Bundesfinanzhof nunmehr ausdrücklich bestätigt.

Nach dem Urteil sind Aufwendungen für den Erwerb eines Domain-Namens rechtlich als nicht abzugsfähige Anschaffungskosten für ein nicht abnutzbares Wirtschaftsgut nicht bei der Gewinnermittlung abzuziehen. Ein Unternehmer kann daher Aufwendungen für den Erwerb eines Domain-Namens, welche dieser für seinen Internetauftritt benötigt, nicht sofort als Betriebsausgaben abziehen.

Auch kann der Unternehmer keine Absetzungen für Abnutzung vornehmen, da nach Ansicht des Bundesfinanzhofes die Nutzbarkeit eines Domain-Namens zeitlich unbeschränkt sei. Dies gelte zumindest für solche Domain-Namen, deren Bekanntheit nicht von Wert erhaltenden Maßnahmen und nicht vom Zeitgeist abhängig ist.

Zu berücksichtigen ist aber die vom Kläger gezahlte Umsatzsteuer.

Sie gehört als abziehbarer Vorsteuerbetrag nach nicht zu den Anschaffungskosten, sondern ist als Betriebsausgabe abziehbar.

Fazit:
Es bleibt abzuwarten, ob in naher Zukunft eine weitere Konkretisierung der nicht abschließend geklärten Frage, wann ein Domain-Name von Wert erhaltenden Maßnahmen und vom Zeitgeist abhängig (im von dem Bundesfinanzhof entschiedenen Fall bezeichnete der Domain-Name einen Fluss bzw. eine bekannte Region in der Bundesrepublik) und deshalb zumindest eine Absetzung für Abnutzung zulässig ist.

Ausdrücklich offen blieb die Frage, ob ein Domain-Name dann abnutzbar ist, wenn er sich aus einem Schutzrecht wie z.B. einer Marke ableitet.