Urheberrechtsverletzungen lohnen sich also doch nicht

Das Landgericht Leipzig hat am 14.06.2012 den Gründer und Chef des illegalen Film-Portals kino.to zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Es sprach den 39-Jährigen schuldig wegen massenhafter Urheberrechtsverletzungen.

Der Vorsitzende Richter sprach von der „schwersten bisher bekanntgewordenen gewerbsmäßigen Urheberrechtsverletzung“.

Der Zugriff auf rund 135.000illegale Filme, Serien, TV-Shows etc. war über das Filmportal möglich. Die Betreiber verdienten an der auf dem Portal geschalteten Werbung. Und das wohl gar nicht so schlecht. Immerhin wurde der Angeklagte auch verurteilt, sein Vermögen von ca. 3,7 Millionen Euro abzugeben („Gewinnabschöpfung“).

In dem Prozess wurde klar, dass es keinem der Beteiligten an dem Portal um die viel diskutierte Freiheit des Internet oder Abschaffu7ng des geistigen Eigentums ging. Es ging ganz profan nur um eines: Geld.

Unsere Meinung

Auch die Nutzer der – nach wie vor ausreichend vorhandenen – illegalen Streaming-Seiten sollten das Urteil zum Anlass nehmen sich zu fragen, ob es wirklich richtig sein kann, kostenlos illegale Kopien von teuer produzierten Werken zu konsumieren. Auch wenn man über die Rechtswidrigkeit des reinen Konsums unter Juristen (wie fast über alles andere auch) streitet: Moralisch falsch ist es allemal. Das dürfte jedem einleuchten.

Timo Schutt
Rechtsanwalt
Fachanwalt für IT-Recht