„YouTube lernt Datenschutz“ – Verpixelung möglich

„YouTube lernt Datenschutz“ – Verpixelung möglich

YouTube bietet neuerdings die Möglichkeit, auch einzelne Gesichter bei den auf der Plattform hochgeladenen Videos zu verpixeln. Das lässt nicht nur den Landesbeauftragten für den Datenschutz in Baden-Württemberg frohlocken (seine Pressemitteilung mit der Überschrift „YouTube lernt Datenschutz“ finden Sie hier). Denn diese längst überfällige Möglichkeit dürfte nicht nur alle an Datenschutz und dem Schutz von Persönlichkeitsrechten Interessierten gefallen, sondern insbesondere auch all den Personen, die ungewollt im Netz in Videos zu sehen sind.

Denn letztlich dürfen ohne Einwilligung der zu sehnden Personen aufgrund des „Rechts am eigenen Bild“ nur in ganz engen Ausnahmefällen Videos oder Bilder von Personen veröffentlicht werden. Ein Umstand, der weder auf YouTube, noch auf anderen Plattformen nach meinem Dafürhalten große Beachtung erfährt.

Mit der jetzt von YouTube geschaffenen Funktionalität ist es also erstmals möglich, sich tatsächlich rechtskonform zu verhalten und die Persönlichkeitsrechte Dritter zu schützen. Das wiederum dürfte aber auch dazu führen, dass der Einsatz dieser Funktion von allen verlangt werden muss, die Videos hochladen. Denn auch, wenn es keine rechtliche Kategorie ist, so ist das „Argument“, man habe keine Möglichkeiten zum Schutz des Rechts am eigenen Bild gehabt, damit vom Tisch.

Schauen wir doch einmal, ob das Thema dadurch endlich die Relevanz erfährt, die es meines Erachtens haben muss. Denn auch im Internet sollte jeder selbst darüber entscheiden dürfen, ob er erkennbar gezeigt werden will oder eben nicht.

Timo Schutt
Rechtsanwalt
Fachanwalt für IT-Recht

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